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22. Dezember

22. Dezember


Er war in seinem Bett. Und er war noch am Leben. Es war sein Leben und er konnte es ändern. Die finstere Nacht war der hellen Morgensonne gewichen, die golden durch das Fenster strahlte.

„Ich fühle mich lebendig, so lebendig wie nie zuvor. Ich weiß gar nicht welcher Tag heute ist. Wieviel Zeit habe ich wohl mit den Geistern verbracht? Vergangenheit – Gegenwart und Zukunft! Ja, ihr Geister der Weihnacht, ihr habt mich ganz verwirrt. Alle drei sollt ihr in mir lebendig sein. Ich werde die Schatten der Zukunft verändern.“

Er sprang aus seinem Bett und rannte zum Fenster, stieß es auf und ließ die kalte Luft des neuen Wintermorgens herein. Unten im Hof schlenderte ein Junge vorbei.

„He du, welchen Tag haben wir heute?“

„Heute? Natürlich Weihnachten!“

„Es ist Weihnachten! Ich habe noch nichts verpasst. Ich darf Weihnachten mit allen Menschen feiern. Hey, Junge, willst du dir etwas Taschengeld verdienen? Kennst du die Geflügelhandlung an der Ecke?“

„An der Scheibe drücken wir uns vor Hunger immer die Nase platt.“

„Dann hast du auch die große Gans gesehen, die dort im Fenster hängt. Lauf los und kauf sie und bring sie schnell her. Hier hast du Geld.“

Wie der Blitz rannte der Junge die Straße hinunter. Verzückt kichernd wieselte Scrooge durch das Zimmer. Er rieb sich die Hände vor Freude.

„Diese Gans werde ich Cratchit vorbeibringen. Wir wollen doch einmal sehen, ob sie in das kleine Haus passt. Ich muss nicht immer nur von draußen durch die Scheiben gucken. Nein, ich werde selbst Freude in das Haus bringen. ´“

Im Nu war der Junge wieder da und beide auf den Weg zu Bob Cratchit. Aus dem Haus drang freudiges Kinderlachen. Doch als Scrooge klopfte, wurden alle im Hause still.