• +43 3462 7709
  • direktion@vs-deutschlandsberg.at

20. Dezember

20. Dezember


Ohne ein Wort zu sagen, führte ihn der Geist weiter durch die Gassen. Sie kamen in ein finsteres dreckiges Haus. Hier trafen sich die Diebe und Gauner Londons.

„Nun das hat sich gelohnt, dass wir den Alten mal an seinem Sterbebett besucht haben. Als Toter war er mir fast sympathisch.“

Die zwielichtigen Gestalten standen um einen Tisch herum, auf dem sie ihre Beute ausgebreitet hatten.

„Ich denke, seine Bettvorhänge braucht er nicht mehr. Und die Kleider habe ich ihm ausgezogen. Hier, fühlt mal, was für ein feines Stöffchen. Die wollten ihn doch glatt in seinem besten Sonntagsanzug beerdigen.“

„Geist, wer ist der Mann, der da gestorben ist? Lass mich etwas anderes sehen. Wird es keine Freude und kein Mitgefühl in der Zukunft geben?“

Der Geist führte ihn weg von dem düsteren Haus. Sie fanden sich wieder auf einer engen Gasse.

„Ah, die Gegend kenn ich doch, dass ist das Haus von Bob Cratchit. Vielleicht kann ich hier nochmal ein wenig Freude und Ehrlichkeit erleben.“

Aber als Scrooge wieder durch das Fenster im Haus spähte, war der Glanz und die Freude, die er dort zuvor gesehen hatte, verschwunden. Alles war sehr still. Und die Familie saß schweigend um den Tisch herum.

„Oh nein, ein Stuhl ist leer. Wo ist der kleine Tim?“

Scrooge wollte zurückweichen, doch der Geist ragte wie eine schwarze Wand hinter ihm auf. Er zwang ihn weiter hin zu blicken auf die Zukunft, die noch kommen wird. Bob Cratchit begann langsam zu sprechen:

„Ihr Lieben, jeder von uns geht seinen Weg und zum Glück dürfen wir als Familie ein großes Stück dieses Weges gemeinsam gehen. Timmi ist nun seinen eigenen Weg gegangen. Ich war heute auf dem Kirchhof, ich habe einen sehr schönen Platz gefunden. Das Gras ist dort ganz grün und wir werden ihn dort jeden Tag besuchen.“

Die Traurigkeit ließ die Worte ersterben. Totenstille herrschte in dem Zimmer.

„Geist, muss dies alles so geschehen, wie ich es jetzt sehe? Kann ich das Schicksal meiner Mitmenschen nicht ändern? Was ist mit mir geschehen? Wer war dieser alte Mann über dessen Tod alle so froh waren?“