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19. Dezember

19. Dezember


Langsam hüllte sich das ärmliche Stadtviertel in immer dichteren Nebel. Die Lichter der Häuser ringsum wurden immer dunkler. Scrooge blickte sich nach dem Geist um, doch der war mit einem Mal verschwunden. Er stand auf einem eisigen leeren Platz.

„Geist, wo bist du? Lass mich nicht allein. Was wird mir noch widerfahren? Was hat Jacob Marley gesagt. Der dritte Geist, zur dritten Stunde.“

Aus dem dichten Nebel schritt langsam und majestätisch eine dunkle Gestalt auf Scrooge zu. Sie war in einen tiefschwarzen Umgang gehüllt. Die Gestalt sprach nicht und kein Gesicht schaute aus dieser Finsternis. Nur das leere Grauen!

„Stehe ich vor dem Geist der zukünftigen Weihnacht?“

Das schwarze Gewand legte sich in Falten, als ob der Geist langsam mit dem Kopf nickte. Das war die einzige Antwort die Scrooge bekam. In ihm stieg eine tiefe Angst auf.

„Geist der Zukunft! Dich fürchte ich mehr als alles andere. Sprich, worauf kann ich noch hoffen.“

Doch die Gestalt schwieg. Ein dumpfes, schweres Schweigen.

„Du sprichst nicht! So führe mich Geist, zeige mir die Zukunft, denn ich weiß, die Nacht vergeht rasch und meine Zeit ist kostbar, wenn ich mein Leben noch ändern will. Zeige mir die Dinge, die geschehen werden.“

Der Geist kam immer näher. Immer höher ragte die schwarze Gestalt empor. Scrooge schien sich in dem dunklen Umhang zu verfangen und schließlich war er von schwarzer Nacht umgeben.

„Was ist das? Bin ich schon tot? Was ist das für eine entsetzliche Finsternis?“

Ihn schwindelte. Die Zeit schien sich immer schneller in die Zukunft zu bewegen. Verängstigt klammerte sich Scrooge an die schwarzen Falten des Gewandes.

Schließlich beruhigte sich der Zeitenstrom. Scrooge fühlte wieder festen Boden unter sich. Sie standen auf einem Platz, der mit Menschen gefüllt war.

„Ich kenne die Gegend. Das ist die Londoner Börse. Hier habe ich viele Geschäfte gemacht und manch nützlichen Tipp bekommen. Das sind schließlich alles meine Kollegen.“

Der Geist wies auf eine kleine Gruppe von Geschäftsleuten und sie traten näher um dem Gespräch zu lauschen.

„Den alten Geizhals hats nun auch erwischt. Jetzt hat ihm sein ganzes Geld nichts mehr genützt. Ja, ja, das letzte Hemd hat keine Taschen.“

„Endlich ist er tot, ich dachte schon er würde nie sterben.“

„Ha, der war doch schon zu Lebzeiten tot. Statt eines Herzens klapperte eine Geldzählmaschine in seiner Brust.“

„Von wem reden diese Leute? Wer mag diese herzlose Mensch gewesen sein?“